Hafen- und Revierinfo Kos
Kos liegt versteckt im dem Golf von Kos (der ehemalige Ceramic Golf, auf Türkisch Gokova Korfezi) zwischen der Halbinsel Myndus im Norden und dem Kap Dorian im Süden. Die türkischen Landzungen strecken sich hinaus bis zu der Insel und umschließen das alte Handelsdreieck, das einst mit Rhodos um die Handelsmacht in der südwestlichen Ägäis konkurrierte. Im mächtigen dorischen Hexapolis spielte Kos keine gewichtige Rolle bis die Stadt Kos 366 v.Chr. genau auf ihrem heutigen Platz erbaut wurde. Die Stadt erblühte und entwickelte sich zu einer wichtigen Seemacht. Nichtsdestotrotz ist der heutige Hafen von Kos größer als zu der Zeit, als Kos eine mächtige Stadt der Antike war.
Die Insel war schon immer durch ihre Fruchtbarkeit beliebt. Ein Gebirgszug mit dem höchsten Punkt von 845 m im Nordosten streicht die Insel. Die Ostküste ist steil und karg, während die Westküste mit ihrem fruchtbaren Boden die Bewohner anzieht. Sandstrände säumen die bepflantzten Flachlandebenen ein, auf den saftiges Gemüse, Melonen und Wein reifen. Die Vielfalt von Salaten wurde von hier nach England eingeführt. Die Maulbeerbäume, die den Lebensraum von Seidenwurm bilden, wuchsen auf den Hügeln von Kos schon in der Antike. Die Insel zählte zu den größten Seidenlieferanten der antiken Welt und war besonders berühmt für ihre Coae Tunikas. Die transparenten Seidenkleider, die einst bei den römischen Frauen sehr beliebt waren, werden heute leider nicht mehr hergestellt oder getragen.
In der Antike hatte die Stadt Kos viele berühmte Bürger. Der ruhmreichste von allen ist Hippokrates von Kos, der größte Arzt der Antike und der Begründer moderner Medizin. Obwohl wenig von seinen Heilverfahren überliefert wurde, weiß man, dass die Lage des Sanatoriums schon damals eine wichtige Rolle für die Heilung gespielt hatte. Die Ruhe von Epidauros, der antiken Kultstätte des Heilgottes Asklepios, zeugt davon. Der Ascelepion vor der Stadt Kos ist auch einen Besuch wert. Die baumumsäumten Terrassen liegen neben den Heilquellen auf einem Kalksteinhügel mit dem Panoramablick über den Golf von Kos. Der Ascelepion wurde zum größten Teil von italienischen Architekten originalgetreu rekonstruiert. Es ist ein guter Ort, um sich an den Eid des Hippokrates zu erinnern:
„Ich werde den, der mich diese Kunst gelehrt hat, gleich meinen Eltern achten, ihn an meinem Unterricht teilnehmen lassen, ihm wenn er in Not gerät, von dem Meinigen abgeben, seine Nachkommen gleich meinen Brüdern halten und sie diese Kunst lehren, wenn sie sie zu lernen verlangen, ohne Entgelt und Vertrag… Ärztliche Verordnungen werde ich treffen zum Nutzen der Kranken nach meiner Fähigkeit und meinem Urteil, hüten aber werde ich mich davor, sie zum Schaden und in unrechter Weise anzuwenden. Auch werde ich niemandem ein tödliches Gift geben, auch nicht wenn ich darum gebeten werde, und ich werde auch niemanden dabei beraten; auch werde ich keiner Frau ein Abtreibungsmittel geben… In alle Häuser, in die ich komme, werde ich zum Nutzen der Kranken hineingehen, frei von jedem bewussten Unrecht und jeder Übeltat, besonders von jedem geschlechtlichen Missbrauch an Frauen und Männern, Freien und Sklaven. Was ich bei der Behandlung oder auch außerhalb meiner Praxis im Umgang mit Menschen sehe und höre, das man nicht weiterreden darf, werde ich verschweigen und als Geheimnis bewahren.“
Heute ist Kos ein beliebtes Ziel für viele Touristen. Einige große Hotels wurden rund um die Sandstrände eröffnet. Kos erinnert in vielersicht an Rhodos – die gleichen grünen Abhänge, große Hotels, das bunte Treiben im Hafen unter der Ritterburg – und genauso wie Rhodos empfägt Kos seine Besucher immer mit einem offenen Lächeln, egal wieviele es sind.
Liegeplätze
Anelegt wird mit Heck oder Bug vorwärts auf der A Seite. Der Grund ist matschig und bietet einen sehr guten Halt.
Bitte beachten Sie, dass der Hafen im Sommer schnell überfüllt ist. Es kann daher schwierig sein, einen Liegeplatz zu bekommen. Wenn Sie nicht unbedingt mitten im Stadthafen festmachen wollen, empfiehlt es sich, in die Marina auszuweichen.
Schutz: Wenn der starke Meltemi bläst, kann im Hafen ein unangenehmer Schwall entstehen. Auf der A Seite liegt ihre Yacht sicher geschützt. Vorsicht ist angesagt, wenn stürmische Winde aus dem Norden oder Nordosten wehen. Dann ist es im Hafen ungemütlich.
Behörden im Hafen: Hafenpolizei, Zoll, Immigrationsbehörde, Gesundheitsamt.
Ankern: Bei beständigem Wetter können größere Yachten vor dem Strand südlich der Einfahrt ankern. Bitte auf die Tragflächenboote aufpassen und die Zufahrt zum Anleger freihalten.
Einrichtungen
Wasser: Wird zweimal am Tag zum Steg geliefert. Sprit: Ein kleiner Tankwagen liefert zum Steg. Reparatur: Mechanische und kleinere Reparaturen können im Hafen durchgeführt werden. Ersatzteilläden und Schiffsbedarfhandlung vor Ort. Einkaufen: Supermärkte und ein schöner Markt direkt oberhalb des Hafens. Eis kann von einer Fabrik am Stadtrand bestellt werden. Essen und Ausgehen: Viele Tavernen in der Stadt.
Sonstiges: Post, Telefon, Bank, Mobilfunknetz, Gas. Auto-, Motorrad- und Fahrradvermietung. Unterbrochene Busverbindung zu anderen Orten auf der Insel. Tägliche Fähre nach Piräus, Rhodos und Bodrum in der Türkei. Europäische und internationale Flüge vom Flughafen Kos.
Allgemein
Das Stadtbild von Kos ist eine Mischung aus der mittelalterlichen fränkischen und türkischen Architektur mit Einbringung einiger italienischer Baumerkmale. Oleander, Bougainvillea, Jasmin und Hibiskus gedeihen und umrahmen die Ruinen aus der klassischen Epoche der griechischen Blütezeit, die sich in der modernen Stadt Kos auf verschiedenen Weisen wiederfinden lassen – aus einem Sarkophag wurde ein Springbrunnenbecken, Fragmente antiker Marmorsäule stützen einen Baumstamm, ein anderer Teil der Marmorsäule dient als Blumenbeet, riesige Steinblöcke bilden den Fußgängerweg in einem Park. Die Burg, gekühlt von Meltemi, und der angrenzende Park mit großen alten Platanenbäumen, die großzügigen Schatten spenden, sind die besten Orte für Erholung an heißen Sommertagen. Laut einer alten Legende lehrte Hippokrates unter diesen Bäumen. Im kleinen Stadtmuseum kann man griechische und römische Ausgrabungsfunde betrachten.
Besonders in den letzten Jahren zieht Kos viele Touristen an, als ob die Stadt noch einmal den Kampf um Attraktivität und Macht mit ihrer einstigen Rivalin Rhodos aufnehmen möchte. Um diesen neuen Herausforderungen gerecht zu werden, hat sich die Stadt verändert. Obwohl manche Besucher in Kos nur noch Fast Food und Diskotheken erleben, zeigt die Stadt sehr viel von ihrem Charme, wenn man sie von der anderen Seite betrachtet.